Unsere Sonderausstellungen

geformt. gebrannt. gebraucht.

07.04.2018 bis 31.10.2018, Bergfried "Dicker Wilhelm" – (Saisonausstellung)


Keramik des Mittelalters und der Reformationszeit aus der Sammlung des Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Keramik ist ein faszinierendes Material. Die Ausstellung „Geformt. Gebrannt. Gebraucht. Keramik des Mittelalters und der Reformationszeit aus der Sammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale)“ stellt es in den Mittelpunkt. Im romanischen Bergfried „Dicker Wilhelm“ ist sie zugleich ein Beitrag zum Jubiläum 25 Jahre Straße der Romanik. Die Schau gewährt einen Überblick über die Entwicklung des Handwerks, der Formen und Dekore und ermöglicht zudem einen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Menschen. In der Sammlung Kunsthandwerk & Design werden handwerklich, technologisch und künstlerisch herausragende Keramiken des Mittel-alters und der Renaissance verwahrt. Diese wurden in den letzten Jahren von Studierenden der Archäologie und Kunstgeschichte untersucht. Die Saisonausstellung ist das Ergebnis dieser Forschungen.

Kleine Inszenierung mit Köpfen und Figuren aus gebranntem Ton und Porzellan

14.07.2018 bis 31.10.2018, Untergeschoss Doppelkapelle – (Sonderausstellung)


Personalausstellung Margret Weise

Margret Weises Skulpturen und Figuren lassen sich nicht mit schnellen Vergleichen und Blicken erfassen, obwohl sie letztere magisch auf sich ziehen. Das hat wohl mit ihrer Herkunft zu tun. Sie kommen von weit – sind Zeitreisende aus frühen Tagen der Menschheit, scheinen Spukgestalten ewig trügerischer Hoffnung und des notorisch schlechten Gewissens zu sein. Sie sind wie unter dem Schichtendruck der Zeiten geformt, so als hätten sie lange in der Erde gelegen, verpresst, verdrückt, verkrustet – Montagen aus Tierbälgern und Menschenleibern. Es sind kleine bildhauerische Meisterleistungen und anatomische Wunder zugleich. Margret Weise hat sie in einem langen Ausgrabungsprozess in sich selbst entdeckt und zu Tage gefördert. Archäologie der Psyche als Versuch der Selbstbefreiung und Selbsterkenntnis. Das Gleichnis dafür aus der Menschheitsgeschichte trat erst später hinzu: Die Köpfe der Krieger der alten kaiserlichen Armee, die in China aus dem Schlaf der Jahrhunderte gegraben worden ist. Sie machen ganz eigene, innere Befindlichkeiten deutlich, die den Betrachter unweigerlich in den Bann ziehen, so als würde er in einen Spiegel sehen. Tatsächlich tragen einige Figuren auch einen Spiegel, worin die Imagination der Unendlichkeit enthalten ist und das Wunder, dass jede Scherbe, jedes Bruchstück doch immer noch das Ganze zeigt und den Betrachter absichtsvoll zum Mitbeteiligten macht. (Bodo Baake)

Margret Weise (*1941 in Naumburg) absolvierte eine Ausbildung zur Töpfergesellin und wurde 1965 Meisterin im Töpferhandwerk. Seit 1978 hat sie ihre Werkstatt in den Naumburger Weinbergen. Sie zählt zweifellos zu den herausragenden Keramikerinnen Mitteldeutschlands. Zahlreiche internationale Preise wie der Ankaufpreis beim XXVI. Internationalen Wettbewerb „Pro Tadino“ Italien (1986) oder der Grand Prix beim Internationalen Wettbewerb für Porzellan in Kroatien (2002) bezeugen dies ebenso wie die zahlreichen Ankäufe bedeutender Museen.

Bacchus - Gott des Weines. Eine kleine Kulturgeschichte

25.08.2018 bis 18.11.2018, Weinmuseum – (Kabinettausstellung)


Kabinettausstellung
anlässlich der Jubiläen 25 Jahre Weinstraße und 20 Jahre Weinmuseum

Der Weingott der Antike, Bacchus, wird seit altersher mit Rausch und Ekstase, aber auch mit Genuss verbunden.  Die Mythen sowie der Kult um diesen Gott erfreuten sich großer Beliebtheit. Im Mittelater relativ unbeachtet, entdeckte die Renaissance die heidnische Gottheit wieder, die fortan zu einem der beliebtesten Sujets in Kunst und Kunsthandwerk wurde. Und noch heute prägt Bacchus den Kult um den Wein. Entdecken Sie den Gott des Weines an Saale und Unstrut und in der Kunst.
Die mythologische Überlieferung ist reichhaltig und umfasst sowohl das Wunder seiner doppelten Geburt, die Begegnungen mit der Nymphe Thetis, dem Helden Theseus und der schönen Königstochter Ariadne auf der Insel Naxos. Erfahren Sie mehr über den Mythos des Bacchus, seine Abenteuer und seinen Triumph. Diese einzigartige Vielfalt spiegelt sich auch in dem Blick der Künstler auf den Gott wider. Kostbare, bekannte und wenig gezeigte Kunstwerke zeichnen das Leben des Weingottes und den Wandel in der künstlerischen Auseinandersetzung von der Antike bis zur Gegenwart nach.
Die Studioausstellung ist eine Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas sowie der Zentralen Kustodie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

farbig & verträumt

27.11.2018 bis 09.06.2019, Gewölbekeller – (Sonderausstellung)

Glas des Jugendstils aus einer Privatsammlung

Von der Natur inspiriert und technologisch auf dem höchsten Stand - das ist das Glas des Jugendstils. Den wesentlichen Impuls bildete das Kunsthandwerk Asiens mit seinen vegetabilen Formen und Dekoren. Bedeutende französische und alsbald auch deutsche Hersteller experimentierten mit großer Neugier und schufen einmalige und faszinierende gläserne Welten. Diese vereinen künstlerische und handwerkliche Virtuosität in den schillernden Farben der filigranen Präziosen. So lädt der Gewölbekeller der Neuenburg zum Träumen ein.

Es wärmt. Die Form, der Stoff, das Licht.

01.04.2019 bis 31.10.2019, Bergfried "Dicker Wilhelm" – (Saisonausstellung)

In Kooperation mit dem Deutschen Messing Museum (i.G.)

Die Ausstellung entführt den Besucher in die glänzende und facettenreiche Welt des „kleinen Goldes“. Kunstvolle Gerätschaften aus Messing fanden sich sowohl in herrschaftlichen wie bürgerlichen Haushalten. In ihnen verbinden sich in beeindruckender Weise repräsentativer Anspruch, filigrane Handwerkskunst und Gebrauchszweck. Zugleich spiegeln sie fünfhundert Jahre Kunst-, Kultur- und Sozialgeschichte. Dabei reicht das Spektrum von Schenk- und Küchengeräten über Dosen und Behälter bis hin zu den unterschiedlichsten Wärmegerätschaften. Gerade letztere geben insbesondere auf einer Burg Antwort auf die oft gestellte Frage, wie das Leben in den alten Mauern denn angenehm gestaltet werden konnte.

Elisabeth von Thüringen

07.07.2019 bis 19.11.2019, Doppelkapelle – (Sonderpräsentation)

Eine Leucht-Installation von Philipp Schönborn

Unter dem Eindruck der einmaligen hochmittelalterlichen Glasfenster der Marburger St. Elisabethkirche schuf der renommierte Münchener Fotokünstler Philipp Schönborn eine seiner bekannten Leuchtkasten-Installationen. Mit dieser führt er Leben und Wirken der hl. Elisabeth in neuer Weise vor Augen. Seit November 2017 befindet sich das Kunstwerk auf einer mehrjährigen Reise zu herausragenden Lebens- und Verehrungsorten der Heiligen.
Die Präsentation auf der Neuenburg ist dabei besonders reizvoll. Nachweislich war Elisabeth 1224/25 mit ihrem Gemahl, Landgraf Ludwig IV., auf dieser größten Burg der Thüringer Landgrafen. In ihrer Lebenszeit entstand der bemerkenswerte romanische Wohnturm und mit Sicherheit weilte sie in der atemberaubenden Doppelkapelle zu Andacht und Gebet. Im späten Mittelalter war eben diese Kapelle ihr geweiht. Somit lebt die Installation auf der Neuenburg im einzigartigen Zusammenspiel von modernem Kunstwerk und historischem Ort.